Anmelden

Die Bildausgabe am Fernseher

Die Digitalfotografie hat gemütliche Abende vor dem Diaprojektor immer mehr verdrängt. Sie können dieses gesellige Beisammensein wieder aufleben lassen, indem Sie Ihre Fotos über den Fernseher wiedergeben. Allerdings gibt es für den ungetrübten Genuss ein paar Dinge, die Sie beachten sollten.

Die Technik

Die wohl einfachste Möglichkeit ist es, wenn Sie Ihre Kamera mithilfe des beigelegten Videokabels direkt an Ihren Fernseher anschließen. In den meisten Kameras können Sie die Einstellungen für eine Diashow festlegen. Wenn nicht, dann haben Sie die Möglichkeit, in den Betrachtungsmodus der Kamera zu wechseln und die Bilder einzeln durchzuschalten. Vorteil ist hier, dass Sie Bilder auch dort zeigen können, wo es keinen DVD-Player gibt. Allerdings besitzen nicht alle Kameras und Fernsehgeräte die entsprechenden Anschlüsse für das Videokabel.

Eine komfortablere Möglichkeit, Fotos am Fernseher zu betrachten, ist die Wiedergabe mit einem DVD-Player. Alle modernen Geräte geben auf CD oder DVD gebrannte Bilder wieder. Einige DVD-Player können neben dem Standard-JPG-Format auch die Bildformate TIF und BMP einlesen. Außerdem gibt es einige DVD-Player, die einen eingebauten Kartenleser besitzen. Sie brauchen dann nur noch Ihre Speicherkarte reinstecken und loslegen. Normalerweise werden DVD-Player und Fernseher mit einem Scartkabel verbunden. Neuere DVD-Player besitzen auch einen HDMI-Anschluss, an dem Sie einen HDTV-fähigen Fernseher anschließen können. Vorteil hierbei ist, dass Sie Ihre Fotos und Videos in einer höheren Bildqualität darstellen können, als es das normale PAL-Format hergibt (siehe unten).

Ein ganz wichtiger Bestandteil einer Diashow ist natürlich der Fernseher. Die PAL-Norm für deutsche Fernsehgeräte unterstützt eine Auflösung von max. 768 × 576 sichtbaren Punkten (Pixel), was in der Praxis meist jedoch nicht voll ausgenutzt wird. Das hängt auch damit zusammen, dass einfache DVD-Player nur eine Auflösung von 720 x 576 Bildpunkten unterstützen. Dazu kommt, dass Fernsehgeräte mit Bildröhren die Bildränder nicht komplett darstellen können, weshalb von den Rändern noch mal ein Bereich von 6 – 10% nach innen abgezogen wird (siehe Grafik links). Bei Fernsehgeräten mit Flachbildtechnik besteht diese Einschränkung nicht, auch kann hier die Auflösung – je nach verwendetem Gerät (Fernseher oder DVD-Player) – höher sein. Ebenso können Sie auf diese Einschränkung verzichten, wenn Sie anstelle des Fernsehers einen Beamer verwenden. Falls Sie Ihre Diashow aber an Freunde und Bekannte weitergeben möchten, sollten Sie die Bildgröße erstellen, die die meisten Geräte unterstützen. In diesem Falle ist das 720 x 576. Wie bei den DVD-Playern besitzen einige neuere Fernsehgeräte auch Einschübe für Speicherkarten.

Die Größen-Beschränkung hat natürlich zur Folge, dass Sie Ihre Bilder nicht in der vollen Auflösung, die Ihnen die Digitalkamera bietet, benutzen können. So ist es sinnvoll, die Bilder im Rahmen der Bildbearbeitung auf diese Größe herunterzuskalieren. Wenn Sie dies nicht machen, skaliert der DVD-Player selbst und das Ergebnis ist unter Umständen nicht optimal. Außerdem kann das Laden der großen Bilder auf dem DVD-Player dadurch sehr lange dauern. Gerade, wenn Sie schnell vor- oder zurückblättern möchten, kann dies mit der Zeit sehr nervenaufreibend sein. Achten Sie auch darauf, dass sich das Hauptmotiv auf dem Bild innerhalb der Toleranz der o.g. 6-10% befindet. Die üblichen Programme zur Erstellung von Diashows blenden meist diesen Rahmen ein.

Wiedergabemöglichkeiten

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Bilder am Fernseher wiederzugeben.

  1. Wenn Sie Ihre Bilder während der Präsentation kommentieren möchten, ist es das Einfachste, Sie brennen Ihre Bilder auf eine CD oder DVD. Achten Sie aber darauf, Qualitätsrohlinge zu verwenden, damit Ihre Diashow auch auf allen Geräten gelesen werden kann. Im DVD-Player können Sie einstellen, wie schnell der Bildwechsel erfolgen soll. Damit der DVD-Player Ihre Bilder schnell lädt, ist es von Vorteil, die Bilder, wie oben beschrieben, auf eine Größe von 720x576px zu skalieren. Bei hochformatigen Bildern können Sie auch zwei Bilder nebeneinander setzen, um den Bildschirm optimal auszunutzen. Sollten Sie bei einigen Bildern eine längere Erklärung benötigen, können Sie die Präsentation einfach mit der Pause-Taste anhalten. Genauso können Sie auch schnell einige Bilder vor- oder zurückschalten, wenn dies erforderlich ist.
  2. Möchten Sie Ihre Diashow nur ablaufen lassen, können Sie auch einen Film erstellen, der im DVD-Player abspielbar ist. Sie benötigen dazu aber ein spezielles Programm, das aus Ihren Bildern einen Film generieren und anschließend auf CD oder DVD brennen kann. In der Liste am Ende dieses Fototipps sind einige Programme aufgeführt. Bei Filmen können Sie Bildübergänge einfügen und Ihre Diashow mit Musik unterlegen. Bei Programmen, die zwei oder mehrere Tonspuren unterstützen, können Sie sogar eigene Kommentare einbauen oder von einem Lied in ein anderes überblenden. Die Programme sind auch in der Lage, das lästige Bildflimmern zu minimieren, welches bei der Wiedergabe auf einem herkömmlichen Fernsehgerät auftritt. Bei einigen Programmen ist es möglich, Kapitel zu erstellen, damit Sie schnell auf bestimmte Bereiche der Diashow zugreifen können. Der Nachteil eines Filmes ist, dass Ihre Bilder von dieser CD oder DVD nicht ausbelichtet werden können.

Tipps zum Erstellen einer Diashow

Wenn Sie viele Bilder zu einer Diashow verarbeiten möchten, suchen Sie sich nur die besten heraus. Nichts ist langweiliger, als stundenlang viele Bilder anschauen zu müssen. Wenn Sie von einer Szene mehrere Aufnahmen haben, reicht in der Regel eine davon aus. Gestalten Sie Ihre Diashow so, dass sie nicht länger als eine halbe Stunde dauert. Der Mensch kann sich im Schnitt 30min auf eine Sache konzentrieren, danach fängt er an, unruhig zu werden. Sollte Ihre Diashow dennoch länger laufen, bauen Sie nach ca. 20min eine Pause ein. Danach sollten Sie wieder die volle Aufmerksamkeit bekommen.

Wenn Sie keine Pause möchten, versuchen Sie Ihrer Diashow einen Spannungsbogen zu geben. Wenn Sie beispielsweise Ihre Urlaubsbilder zeigen, müssen Sie diese nicht automatisch chronologisch anordnen. Sortieren Sie die Bilder doch mal nach Farben oder Formen. Und unterlegen Sie die entsprechenden Abschnitte mit passender Musik.

Wenn Sie in Ihrer Diashow mit Überblendungen arbeiten, nutzen Sie nicht sämtliche zur Verfügung stehenden Effekte. Beschränken Sie sich besser auf ein bis zwei Effekte, sonst wird Ihre Diashow insgesamt zu unruhig. Auch hier gilt der Grundsatz: Weniger ist oft mehr.

Bevor Sie Ihre Bilder auf die Größe von 720 x 576 skalieren, müssen Sie sie im richtigen Seiten-Verhältnis (5:4) beschneiden, damit Sie auf dem Fernsehgerät nicht verzerrt dargestellt werden.

Möchten Sie Text einfügen, beachten Sie, dass dieser im sichtbaren Bereich innerhalb der gestrichelten Linien (siehe Grafik oben) steht. Auch die Hauptmotive des Bildes sollten innerhalb dieses Bereichs abgebildet sein, damit nichts Wichtiges abgeschnitten wird. Im Zweifelsfalle verkleinern Sie Ihr Bild soweit, bis es in den Bereich passt. Fügen Sie danach Ihrem Bild einen schwarzen Rahmen hinzu.

Bei einigen Programmen können Sie den Text nur pro Bild festlegen. Möchten Sie aber einen Titel ein- und wieder ausblenden, fügen Sie das entsprechende Bild zweimal hintereinander ein. Das erste Bild versehen Sie mit dem Text, bei dem zweiten Bild lassen Sie ihn weg. Halbieren Sie die Standzeit beider Bilder. Wenn jetzt der Wechsel von einem Bild aufs nächste erfolgt, sieht das so aus, als würde der Text ein- und wieder ausgeblendet werden.

Wenn Sie eine selbstablaufende Diashow erstellen, lassen Sie die einzelnen Bilder etwa acht Sekunden stehen. So kann sich Ihr Publikum jedem Bild mit ausreichend Zeit widmen. Wenn Sie Überblendungen nutzen möchten, überprüfen Sie auch, ob diese von der von Ihnen verwendeten Software zur Standzeit hinzugefügt oder abgezogen wird. Bei Audiokommentaren lassen Sie das entsprechende Bild einfach solange stehen, bis Sie alles gesagt haben.

Wenn Ihre Freunde und Bekannten von Ihren Bildern Abzüge haben möchten, dann erstellen Sie eine CD oder DVD mit Einzelbildern. Legen Sie im Hauptverzeichnis des Datenträgers die verkleinerten Bilder ab, damit die Diashow am DVD-Player flüssig ablaufen kann. In ein zusätzliches Verzeichnis legen Sie Ihre Bilder in höherer Auflösung.

Nachfolgend einige Programme, die Diashows als Filme erzeugen und auf CD oder DVD brennen können. Für die meisten Programme können Sie aus dem Internet kostenlose Demoversionen herunterladen, bevor Sie das Programm beim Fachhändler erwerben.


03. August 2009 um 15:11 Uhr

Hey, danke für die coolen Ratschläge mich hat schon immer die Bildausgabe am Fernseher sehr interessiert.