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Meine Erfahrung mit meinem Erdgasfahrzeug

Vor gut zwei Jahren, im Mai 2006, habe ich mir einen neuen Opel Combo 1,6 CNG gekauft. Durch meine Schulungstätigkeit fahre ich im Jahr ca. 40.000 km und so rechnete sich der Aufpreis von ca. 1600,– Euro gegenüber dem Dieselmodel ziemlich schnell. Von den Stadtwerken bekam ich einen Zuschuss von 900 Kilo Gas (Wert ca. 700 Euro) und nochmals 250,– Euro für das einjährige Anbringen von 3 grottenhäßlichen Aufklebern „Ich fahre Erdgas“. Diese ließen sich aber auch nach einem Jahr mit dem Fön rückstandslos entfernen…

Das Gute zuerst: Ich habe es keine Sekunde bereut und würde jederzeit wieder ein Erdgasauto kaufen!

Mein Verbrauch liegt bei normalen fahren (Autobahn, ca 130 km/h) bei ca. 6 Kilo. Der Tank fasst 19 Kilo, so komme ich ca. 300 km weit. Ein Benzintank mit 12 Litern hilft noch aus. Allerdings liegt dann der gefühlte Verbrauch bei ca. 8 Litern / 100 km. Gefühlt deshalb, da ich es nie ausgereizt habe. Es war bisher immer eine Tankstelle innerhalb meines Radius. Für meine Digitalfotokurse fahre ich in ganz Deutschland, daher kenne ich mittlerweile die Tankstellen ganz gut. Klar ist: Alle 300 Km muss man raus zum tanken! Das ist aber nicht schlecht, da man auch gezwungen wird eine Pause einzulegen. Man weiß, wie die Espressi bei den einzelnen Tankstellen schmecken oder man muss nicht nach der Toilette suchen – schöner „heimvorteil“.
Leider kommt es hin und wieder vor, dass eine Zapfsäule defekt ist… In München habe ich es mal erlebt, dass ich 3 Tankstellen angefahren bin – alle defekt. Erst bei dem Hersteller der Kompressoren (Bauer) für die Zapfsäulen war diese funktionsfähig. Daher mein Tipp: Wenn Sie knapp planen, rufen Sie vorher bei der Tankstelle an! Die Telefonnummern stehen im Erdgastankstellen-Atlas, den Sie im Fahrzeug ohnehin haben müssen. Und nochn Tipp: Lassen Sie keine Tankstelle aus! Sollten zwei Tankstellen unmittelbar hintereinander sein, nehmen Sie immer die Erste, im Plan B dann erst die zweite.

Das Tanken selbst ist unproblematisch. Es gibt zwei Arten von Zapfpistolen: Eine, mit einem Drehhebel und eine ähnlich der Benzinpistole. Letztere braucht länger, bis sie beim beenden des Tankvorganges den Druck abbaut und die Entrieglung vom Tankventil frei gibt. Wer das nicht weiß, zieht kräftig an der Pistole und bekommt nach ein paar Minuten Panik, da sich die Pistole nicht mehr vom Ventil löst. Das Gemeine ist, solange man zieht, erreicht man gar nichts… Man muss ca. 5 bis 10 Sekunden nach dem Tankvorgang warten, die Pistole Richtung Tankventil drücken und dabei die Entrieglung an der Pistole betätigen – dann löst sich die Pistole wieder. Ich glaube, diese Erfahrung macht wohl jeder einmal…

Die Gaspreise werden vom örtlichen Gasanbieter festgelegt – Unterschiede von 25 % sind dabei leider keine Seltenheit (für das gleiche Gas). Beispiel: Bei meiner nächstgelegenen Tankstelle in Kitzingen kostet das Kilo Gas 0,87, in Würzburg 0,95, in Koblenz 1,09 Euro – das ist „Wettbewerb“. Auch in Erfurt, wo ich öfters bin, kostet das Gas bedeutend mehr.

Nette Rechnung:

Ein Kilo Erdgas entsprechen 1,275 m³ (H-Gas), ein Kubikmeter H-Gas entsprechen 11,5 kW/h. Eine Kilowattstunde kosten bei LKW-Kitzingen 7,08 Cent.

Ein m³ sind 1:1,275 = 0,78 kg
0,78 kg kosten 11,5 x 7,08 = 0,814 Cent

Dann kostet ein Kilo Erdgas, würde ich es von meinem Herd abzapfen, ca. 1,04 Euro! Also ist Autofahren bei uns günstiger als kochen! Na da fährt man doch gern zum Italiener!

Es gibt zwei Arten von Gassorten: H-Gas und L-Gas. Da L-Gas einen niedrigeren Brennwert hat, ist es auch günstiger. Man kommt allerdings nicht so weit… Aus meiner Erfahrung etwa 15 % weniger Reichweite. Im Groben kann man sagen, im Norden von Deutschland gibt es L-Gas und im Süden H-Gas.

Wieviel man tatsächlich spart, muss jeder selbst entscheiden. Ich benötige im Schnitt für 100 km ca. 6 Euro (Stadtverkehr und Autobahn), manchmal auch etwas weniger.

Eines muss man sich aber klar sein: Rennmaschinen gibt es und den mobilen Gasthermen nicht… Ein bischen mehr Zug würde ich mir schon wünschen…
Auch sollte eine Gastankstelle in der Nähe sein oder auf der Heimstrecke. Sonst wird es nervig.


19. August 2008 um 07:54 Uhr

[…] 19. August 2008 Jens schreibt auf seinem Blog über seine Erfahrungen mit einem mit Erdgas angetriebenen Opel […]