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Fotografieren im Fußballstadion

 

Fotografieren im Fußballstadion

 

Nicht erst seit der Fußball-WM nimmt man gerne seine Kamera mit ins Fußballstadion um auch eigenen Erinnerungsfotos von großen Spielen und Spielern zu machen. Wird allerdings die Kamera mit der Grundeinstellung im Vollautomatikmodus verwendet, ist das Ergebnis enttäuschend…

 

Zunächst einmal gilt es, die Kamera ins Fußballstadion hinein zu bekommen. Im Allgemeinen hat man mit einer Kompaktkamera damit keine Schwierigkeiten. Anders sieht es bei Spiegelreflexkameras aus… Die Veranstalter fürchten, dass Sie die gemachten Bilder professionell vermarkten möchten und somit die Lizenzgebühren umgehen. Daher sind die Kontrolleure angehalten, professionell wirkende Kameras den Zuschauern für die Dauer des Spieles zu entziehen. Was eine „professionell wirkende Kamera“ ist, bleibt im Ermessungsspielraum des Kontrolleurs.

Eine Reflexkamera ohne Objektiv sieht sicher wenig professionell aus, eventuell hat ja ein Bekannter ein passendes Objektiv in seiner Tasche…

 

Zu den Einstellungen

Möchten Sie vom Zuschauerrang das Geschehen auf dem Platz fotografieren, ist das mit einer Kompaktkamera zwar nur begrenzt möglich, aber einen Versuch auf jeden Fall wert.

 

1.) Blitz ausschalten
Sie kennen sicher die Stadionaufnahmen im Fernsehen, wo es zu Hunderten von den Rängen blitzt… Das ist natürlich Unsinn, kein Blitz kann ein Stadion ausleuchten.

Daher gilt: Blitz aus! Folgendes Symbol steht  hierfür:

 

 

2.) Hohe ISO-Zahl
Da Sie mit möglichst kurzen Verschlusszeiten fotografieren müssen, um Verwacklungen auf Grund von Bewegungen der Kamera und Bewegungen des Spielers zu vermeiden, stellen Sie einen hohen ISO-Wert ein. Im Zweifel den höchsten. Das hat zwar die Folge, dass ein so genanntes „Bildrauschen“ entsteht, aber ein verwackeltes Bild nutzt einem noch weniger.

3.) Entfernung auf Unendlich
Da sich Ihre Motive mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter weg als 20 Meter befinden, stellen Sie die Entfernung auf Unendlich. Folgende Symbole gelten hierfür:

 

 

oder

 

Sie vermeiden so, dass die Kamera die Schärfe lang sucht und haben dadurch eine schnellere Auslösegeschwindigkeit.

 

Nicht zu verwechseln ist das Bergsymbol mit dem Landschaftsprogramm der Kamera! In den so genannten „Scene“- oder „Best-Shot“- Programmen gibt es ein ähnliches Symbol. Dahinter steckt aber ein Programm, das längere Verschlusszeiten bewirkt und das wäre für unser Vorhaben falsch.

 

Bei Spiegelreflexkameras können Sie auch den Auto-Fokus auf „AF-C“ stellen. Das ist eine kontinuierliche Scharfstellung, solange der Auslöser gedrückt bleibt. Eine Auslösung ist dann immer möglich.

 

4.) Bildfolge auf „Serie“ stellen

Da Sie ja im digitalen Zeitalter ruhig ein paar mehr Bilder machen können, ist es zu empfehlen, die Bildfolge auf „Serie“ („C“) zu stellen. Folgendes Symbol gilt hier:

 

 

5.) Bildstabilisator einschalten

Schalten Sie unbedingt den Bildstabilisator ein, falls vorhanden! Eine echte Hilfe ist allerdings nur der optische und der CCD-Shift-Stabilisator. Der digitale oder elektronische Bildstabilisator bietet keinen Vorteil.

 

6.) Bei Spiegelreflexkameras: Zeitautomatik

Für die kürzest mögliche Verschlusszeit bei einer Reflexkamera stellen Sie die Zeitautomatik ein (abgekürzt durch „A“ oder „Av“). Jetzt wählen Sie die größtmögliche Blende (kleinste Zahl), dadurch ergibt sich zwangsläufig die kürzestmögliche Verschlusszeit.

 

 

Alternativ könnte man zu den hier empfohlenen manuellen Einstellungen auch das Sportprogramm verwenden:

 

Allerdings erfüllt es nicht unbedingt alle oben erwähnten, aber notwendigen Einstellungen. So muss trotzdem der Blitz häufig abgeschaltet, die Entfernung manuell auf unendlich eingestellt und die Bildfolge auf „Serie“ geschaltet werden. Auch eine hohe ISO-Zahl kann man oft nicht vorwählen, da das in den Sonderprogrammen meist gesperrt ist.

Die oben erwähnten Einstellungen sind dem Sportprogramm beim Fotografieren im Stadion vorzuziehen.


Mitzieheffekt

Eine andere Variante von Sportaufnahmen ist der „Mitzieheffekt“. Bei den oben beschriebenen Aufnahmen wird versucht, das bewegte Objekt durch kurze Verschlusszeiten „einzufrieren“. Sicher kennen Sie aber Aufnahmen, bei denen das bewegte Objekt vor einem verwischten Hintergrund abgebildet wird. Das erreicht man, indem man die Kamera parallel zum Motiv „mitzieht“.

 

Um diesen Effekt zu erreichen, muss man

a)     mit einer längeren Brennweite fotografieren (über 100 mm KB)

b)     mit einer Verschlusszeit zwischen 1/60 und 1/125 sec. fotografieren

c)      das Motiv im Sucher verfolgen und während des Verfolgens auslösen

 

Das Motiv muss sich parallel zu Ihnen bewegen und darf sich nicht auf Sie zu oder von Ihnen weg bewegen. Das ist natürlich einfacher bei Autorennen oder Fahrradrennen, wenn sich das Motiv in einer festen Bahn bewegt.

 

 

Stellen Sie die Blendenautomatik an der Kamera ein („S“ oder „Tv“) und wählen eine Verschlusszeit von 1/60 sec. vor. Überlegen Sie, an welcher Stelle sich das Motiv befinden soll, wenn Sie auslösen. Darauf stellen Sie die Schärfe ein. Schalten Sie den Bildstabilisator aus!

 

Jetzt visieren Sie das Motiv an und versuchen es möglichst immer an der gleichen Stelle im Sucher zu halten, in dem Sie mit dem Motiv mitziehen. Lösen Sie an der gewünschten Stelle aus und ziehen noch ein wenig mit!

 

Das Symbol für ein eventuell vorhandenes Sonderprogramm wäre dieses:

 

Das Schwierigste ist eigentlich nur, dass man während der Auslösung stehen bleiben muss!!

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier wurde eine kurze Verschlusszeit  (z.B. 1/500 sec.) gewählt und die Kamera war statisch. Das Motiv wird scharf abgebildet, der Hintergrund auch.

 

Hier wurde eine „längere“ Verschlusszeit  (z.B. 1/60 sec.) gewählt und die Kamera wurde mitgezogen. Das Motiv wird scharf abgebildet, der Hintergrund verwischt.